• Sensibilisierung und Förderung, nicht Zwang und bürokratische Willkür

Sensibilisierung und Förderung, nicht Zwang und bürokratische Willkür

19.11.2020 Albert Leiser

Jahreszeitkonform ist es kühl geworden. Und gerade in diesen Zeiten, in denen ausgehen eher nicht angesagt ist, sind wir froh, den Feierabend zuhause in der warmen Stube verbringen zu können.

Eine funktionierende, gut unterhaltene Heizung ist hier eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Dennoch wird sich, wer ein älteres Haus mit einer älteren Heizung sein Eigen nennt, warm anziehen müssen. Denn sowohl auf Bundes- wie auf kantonaler Ebene drohen neue Regelungen, will heissen neue Zwänge.    

Dass in Energiefragen Normen immer wieder geändert werden, liegt in der Natur der Sache und ist zu einem grossen Teil auf den technologischen Fortschritt zurückzuführen. Kaum jemand wird zudem heute noch bestreiten wollen, dass wir der Umwelt mehr Sorge tragen müssen, als wir es in der Vergangenheit getan haben. Die Frage ist wie. Dem Gesetzgeber sind insbesondere Öl- und Gasheizungen ein Dorn im Auge. 

Der HEV Schweiz wird an seiner Delegiertenversammlung, die wegen Corona auf dem Schriftweg durchgeführt wird, entscheiden, ob er gegen die Totalrevision des CO2-Gesetzes das Referendum ergreift. Diese würde u.a. die Lenkungsabgabe auf Brennstoffe von CHF 96 stufenweise auf bis zu CHF 210 erhöhen, was bei einem durchschnittlichen Heizöl-Jahresverbrauch eines Einfamilienhauses von 3000 Liter eine Mehrbelastung von CHF 900 bedeuten würde, und für Gebäude einen Co2-Grenzwert einführen, der bis 2050 schrittweise auf „Netto-Null-Emissionen“ vermindert würde.

Im Kanton Zürich wird derweil das kantonale Energiegesetz teilrevidiert. Der HEV Kanton Zürich unterstützt im Grundsatz die Stossrichtung, die CO2-Emissionen aus Öl- und Gasheizungen weiter zu reduzieren, setzt im Unterschied zum regierungsrätlichen Entwurf aber auf Freiwilligkeit und Eigenverantwortung statt auf Zwang und Vorschriften. Viele Hauseigentümerinnen und -eigentümer tragen der Umwelt bereits Sorge und investieren teilweise viel Geld in ihre Immobilie, damit der CO2-Ausstoss sinkt. 

Was die Zukunft in Sachen Heizung bringt ist im Moment völlig offen. Der Hauseigentümerverband wird alles daran setzen, dass im Gebäudebereich an den bewährten Prinzipen Wahlfreiheit, Freiwilligkeit und Selbstverantwortung festgehalten wird. Hauseigentümer tun aber gut daran, sich auf strengere Vorschriften einzustellen.