• Die Hauseigentümer sollen es wieder richten

Die Hauseigentümer sollen es wieder richten

21.07.2020 Hans Egloff

Im Juni haben die eidgenössischen Räte und der Zürcher Kantonsrat eine intensive Debatte über das Klima und den Klimaschutz insbesondere auch im Gebäudebereich geführt. Der Kantonsrat hat zudem die Beratungen zum neuen Energiegesetz aufgenommen. Auf der Strecke blieb dabei eine Verknüpfung von Klima- und Sozialpolitik.

An sich unbestritten ist, dass der Gebäudebereich die bisher grössten Treibhausgaseinsparungen erzielt hat. Vergessen geht aber immer wieder, dass die Immobilieneigentümer jedes Jahr rund zwölf Milliarden (12'000'000'000) Franken in die Erneuerung und den Unterhalt der Liegenschaften investieren. Sie tun dies selbstverantwortlich und ohne gesetzlichen Zwang. In den letzten 20 Jahren ist dadurch der Ausstoss von Treibhausgas trotz stark wachsender Bevölkerung kontinuierlich gesunken.

Die Bemühungen der Hauseigentümer werden kaum anerkannt. Der Nationalrat hat die CO2-Grenzwerte im Gebäudebereich gar weiter verschärft. Auch der Entwurf des Energiegesetzes im Kanton Zürich sieht deutliche Verschärfungen vor. Die Zeche werden schliesslich aber alle Wohnenden bezahlen, die Eigentümer und die Mieter gleichermassen. Dadurch erhält die Klimadebatte auch einen sozialpolitischen Aspekt.

Es darf auch nicht einmal ansatzweise sein, dass wer es sich unverschuldet nicht leisten kann, ein teures Heizungssystem zu installieren, deshalb die eigenen vier Wände verlassen muss. Zu beachten ist auch, dass sich nicht jeder Standort und jedes Gebäude für den Einsatz neuer Energieträger eignet.

Die Hauseigentümer tragen die Bemühungen für einen wirkungsvollen Klimaschutz – eben selbstverantwortlich – mit. Neben den ökologischen Aspekten sind aber genauso ökonomische Überlegungen zu beachten. Nicht zuletzt gehören gerade in diesen Tagen zur Klimadebatte auch sozialpolitische Forderungen.