• Alles unter Kontrolle?!

Alles unter Kontrolle?!

20.11.2017     Hans Egloff

Diese Kolumne schreibe ich nun schon über 20 Jahre. Themen hatte und habe ich immer genug. Meist fällt mir auch der passende Titel nur so zu. Dieses Mal fallen mir zu viele Titel ein. Alternativen wären etwa: Bundesrat ausser Kontrolle – Wer spart, wird bestraft oder – in Anlehnung an einen Spruch von Ansgar Gmür – Dumm, dümmer, Hauseigentümer…

Gemäss Bundesrat und den zuständigen Kommissionen in Bern sollen Bezüger von Ergänzungsleistungen, die ihr Erspartes grosszügig konsumieren und innerhalb eines Jahres mehr als einen Zehntel davon ausgeben, vom Staat weniger Geld bekommen. Das soll auch für all jene gelten, die die teure Reise bereits absolviert oder die grosse Sanierung am Haus bereits gemacht haben, bevor sie den Antrag auf Ergänzungsleistungen stellen. 

Sicher, das System der Ergänzungsleistungen bedarf dringend der Revision und Sanierung. Allerdings wird der Bundesrat damit genau das Gegenteil erreichen. Bestraft wird ja, wer sparsam war und selbstverantwortlich handelt. Weshalb soll man also einen Batzen zur Seite legen, für ein Eigenheim sparen, Hypotheken amortisieren oder eine sinnvolle Sanierung der Liegenschaft ins Auge fassen?

Sparsame werden zukünftig damit rechnen müssen, dass der Staat ihr Vermögen quasi blockiert und ihnen vorschreibt, wieviel sie davon ausgeben dürfen. Wer vom Ersparten bereits zu viel (sinnvoll!) ausgegeben hat, muss mit einer Kürzung der Beiträge rechnen und wird so gezwungen, auch das restliche Ersparte für den Lebensunterhalt oder etwa Pflegekosten auszugeben. Bestraft wird, wer selbstverantwortlich handelt – belohnt werden diejenigen, welche ihr Geld regelmässig oder rechtzeitig verprassen.

Bei der letzten Durchsicht meiner «Frustkolumne» fallen mir noch weitere Titel ein – Ihnen bestimmt auch!